Badminton-Nationalliga: Das Team Argovia ist Schweizer-Vizemeister!

Badminton-Nationalliga: Team Argovia ist bereit fürs Final-Wochenende
13. Mai 2021
Badminton-Nationalliga: Zwei «Oldies» verlassen das Nationalliga A-Team
24. Mai 2021
Zeige alles

Badminton-Nationalliga: Das Team Argovia ist Schweizer-Vizemeister!

Die Chancen für den Finaleinzug waren gering, wurden aber am Samstag im Halbfinale gegen den BC Zürich konsequent genutzt und so wurde, auch wenn es im Playoff-Finale dann gegen den BC Uzwil nicht ganz reichte, der zweite Platz ausgiebig gefeiert. Nach dem Sieg der Meisterschaft 2017, dem 3. Platz 2018 und dem 2. Platz 2019 (2020 musste die Meisterschaft abgebrochen werden) war dieses die vierte Playoff-Teilnahme in Folge für das Team.

Auch in der Interclubsaison 2020/2021 diktierte das Corona-Virus die Bedingungen: Drei Anläufe waren notwendig, um wenigsten die Hinrunde der regulären Saison vollständig abzuschliessen. Auch die Reisebeschränkungen für die ausländischen Spieler forderten die Teams erheblich, doch konnte sich das Team Argovia auf seine eigenen Spieler verlassen und beendete die Hinrunde sogar als Tabellenerster.

In Anbetracht der aktuellen Situation entschied Swiss Badminton, die Playoffs in einer verkürzten Version auszutragen: Statt an zwei Wochenenden je ein Hin- und Rückspiel durchzuführen, wurden die Halbfinals (am Samstag) und das Finale (am Sonntag) an einem einzigen Wochenende auf neutralem Boden in Uster ohne Zuschauer erfolgreich durchgezogen. Eine Begegnung galt mit dem 5. Sieg als gewonnen.

Playoff-Halbfinale – Samstag, 15. Mai: Team Argovia – BC Zürich 5:2

Mit sehr gemischten Erwartungen startete das Team Argovia ins Halbfinale, musste das Team erneut ohne seine beiden Ausländer antreten. Zudem hatte Ronja Stern, nach ihren starken Auftritten in allen Begegnungen, im April „Spielverbot“ seitens ihres Arztes erhalten (Gefahr eines Ermüdungsbruches). Im Gegenzug konnte der BC Zürich fast in Bestbesetzung antreten, es fehlte lediglich die Niederländerin Iris Tabeling.
Schlüsselspiele Herrendoppel

Wollte das Team Argovia seine Chancen auf den Finaleinzug wahren, musste es mindestens eines der beiden Herrendoppel für sich entscheiden: Während das 1. Herrendoppel an die Zürcher ging, brachten Christian Kirchmayr / Cedric Nyffenegger das Kunststück tatsächlich fertig und gewannen im 2. Herrendoppel in 5 Sätzen gegen die starken Indonesier Titon Gustaman / Azmy Qowimuramadhoni. Im Damendoppel liessen sich Lea Müller und Maryna Ilynska nicht lange bitten und holten in drei Sätzen den zweiten Sieg für das Team.

Das Team Argovia wusste um seine Stärken in den Einzeln (ausser im 1. Herreneinzel) und mit noch drei Siegen hätte man die notwendigen fünf Spiele gewonnen. Tobias Künzi und Joel König gewannen wie erhofft das 2. und 3. Herreneinzel und dann kam der „Bonuspunkt“ im 1. Herreneinzel, in dem Christian Kirchmayr gegen den Dänen Ditlev Jaeger-Holm (in der Weltrangliste deutlich besser klassiert) eine sensationelle Leistung zeigte und dieses Spiel in fünf Sätzen für sich entscheiden konnte. Somit war die Playoff-Final-Teilnahme schon vor dem Abschluss des Dameneinzels (wurde abgebrochen) und des gemischten Doppels perfekt.

Playoff-Finale – Sonntag, 16. Mai: Team Argovia – BC Uzwil 2:6

Erneut stieg man mit gedämpften Hoffnungen in die Begegnung ein: Auch der BC Uzwil konnte in Bestbesetzung antreten, inkl. ihrer beiden Ausländern – u.a. mit der Niederländerin Cheryl Seinen, der aktuellen Nr. 17 der Welt im Damendoppel. Und wie schon am Vortag blickte man den Doppeln eher skeptisch entgegen, in den Herreneinzeln rechnete man sich aber gute Chancen aus.

Wenigstens ein Doppel wollte bzw. musste man gewinnen, um die Chancen auf den Schweizermeister-Titel zu wahren. Tobias Künzi und Joel König legten wie entfesselt los und brachten das Team Argovia mit einem überraschenden 4-Satz-Sieg (11:7, 10:12, 11:6 und 11:8) im 1. Herrendoppel in Führung. Davon angespornt steigerten sich Christian Kirchmayr / Cedric Nyffenegger im 2. Herrendoppel: nach über einer Stunde Spielzeit gelang es ihnen das Spiel im 5. Satz mit 8:11, 11:8, 15:14, 9:11 und 11:9 zu gewinnen. Mit dieser 2:0-Führung hatte keiner gerechnet.

Die Stunde vom BC Uzwil – die Wende

Fast unheimlich wurde es, als Lea Müller und Maryna Ilynska im Damendoppel auch erfolgreich den 1. Satz gewannen. Aber dann wendete sich das Blatt: Nicht nur das Damendoppel ging verloren, auch die folgenden Einzel gingen an die über sich hinauswachsenden Uzwiler. Erst verlor überraschend Tobia Künzi im 2. Herren-einzel – seine erste Niederlage in der Saison überhaupt! – dann, noch überraschender, nach dem sensationellen Auftritt vom Vortag, auch Christian Kirchmayr in fünf Sätzen im 1. Herreneinzel. Als dann auch Maryna Ilynska im Dameneinzel den Kürzeren zog, fehlte den Uzwilern nur noch ein Sieg. Im gemischten Doppel zeigte die für Uzwil spielende Niederländerin dann ihre Klasse und liess Lea Müller und Cedric Nyffenegger keine Chance.

Nach dem super Start in den Doppeln hatte man schon zu träumen angefangen und es dauerte einen kleinen Moment nach der Niederlage, bis sich unser Team richtig über den Vizemeister-Titelgewinn freuen konnte. Eben: Playoffs haben ihre eigenen Regeln.