Rückrundenstart mit vielen ???
14. Januar 2022Presse: Doppel-Gold als Startschuss für die Olympia-Kampagne
9. Februar 2022
Nationalliga A: Sehr viel besser hätte der Rückrundenstart unter den gegebenen Umständen nicht gelingen können. Am Freitagabend eröffnete unser Team die Rückrunde im Heimspiel gegen den BC Olympica-Brig mit einem 4:4 Unentschieden und holte tags darauf auswärts beim amtierenden Schweizermeister und bisherigem Tabellenführer in Uzwil einen nicht erwarteten 5:3-Sieg.
«Umstände»: Ohne Yann Orteu, der wegen einer Hüftoperation für die ganze Rückrunde ausfällt, und ganz kurzfristig Johannes Pistorius, der aufgrund einer Sehnenscheidenentzündung im rechten Handgelenk nach dem ersten Doppel für das gemischte Doppel ersetzt werden musste. Umso erfreulicher ist der Blick auf die Tabelle; punktgleich mit Union Tafers-Fribourg belegt das Team Argovia den 2. Rang.
Freitag, 14. Januar 2022: Team Argovia – BC Olympica Brig 4:4
Wie erwartet, reiste das Team aus dem Wallis mit etlichen Ausländern an. Dass dann aber gleich drei internationale Top-Cracks in der Halle erschienen, überraschte doch etwas: Mark Caljouw (aktuell Nr. 24 der Welt im Herreneinzel) aus den Niederlanden, Daniel Lundgaard (aktuell Nr. 45 der Welt im Herrendoppel) und Mette Poulsen (aktuell Nr. 32 der Welt im Damendoppel) beide aus Dänemark.
In beiden Herrendoppeln liessen sich unsere Spieler jedoch davon überhaupt nicht beeindrucken, im Gegenteil, man hatte das Gefühl «jetzt erst recht»: Im 1. Herrendoppel gewannen Tobias Künzi und Johannes Pistorius glatt in drei Sätzen (zum Glück, denn viel länger hätte das Handgelenk von Pistorius nicht mehr durchgehalten) und im 2. Herrendoppel testeten Christian Kirchmayr und Cedric Nyffenegger die Nerven der Zuschauer – sie siegten äusserst knapp in 5 Sätzen mit 9:11, 9:11, 11:8, 11:6 und 14:12.
Parallel dazu fand das Damendoppel statt. Anders als die Herren zeigten Ronja Stern und Serena Au Yeong zunächst (zu viel?) Respekt und verloren den ersten Satz rasch mit 1:11. Aber ab dem 2. Satz waren sie wieder dabei und spannender ging es nun kaum: alle weiteren Sätze (Sätze 2 bis 5) endeten mit 11:9, leider der 5. Satz zu Gunsten der Gäste aus dem Wallis.
In den Einzeln trennte man sich 2:2 unentschieden: Während Christian Kirchmayr im 2. Herreneinzel und Ronja Stern im Dameneinzel jeweils kurzen Prozess machten und ihre Spiele in 3 Sätzen gewannen, hatten die Walliser im 1. und 3. Herreneinzel die Nase vorne; so konnte Tobias Künzi (noch?) nicht mit der Nr. 24 der Welt mithalten – in gewisser Weise verständlich – und auch Cedric Nyffenegger zog gegen Jan Fröhlich (34-facher Tschechischer-Meister) klar den Kürzeren.
Im gemischten Doppel standen nun Timm Stern als NLB-Spieler (der für den verletzten Johannes Pistorius einsprang) mit Serena Au Yeong einer Top-Weltklasse-Spielerin gegenüber; für einen Sieg war es noch „ein wenig zu früh“ und so trennte man sich insgesamt 4:4 unentschieden.
Ggf. hätte das Damendoppel gewinnen können (im 5. Satz hatte unser Team noch zwischenzeitlich geführt), jedoch hätte ebenso danach gut das 2. Herrendoppel verloren gehen können … aus dieser Perspektive geht das 4:4 völlig in Ordnung.
Samstag, 15. Januar 2022: BC Uzwil – Team Argovia 3:5
Mit gemischten Gefühlen ging es nach Uzwil, konnte neben Yann Orteu nun auch Johannes Pistorius nicht antreten. Dafür durften Christian Waser und Gregor Keusch NLA-Luft schnuppern.
Zum Glück musste aber auch das Team aus der Ostschweiz auf wichtige Spieler verzichten. Dennoch ging der Start daneben: alle drei Doppel gingen verloren und der Hallensprecher verkündete stolz, dass es «läuft». Vielleicht war es der eine Spruch zu viel, jedenfalls kehrte unser Team danach in den Einzeln das Spiel komplett. Erst gewann Tobias Künzi sein 1. Herreneinzel in einem spannenden 4-Satz-Spiel (gegen seinen Kollegen aus dem Nationalteam – und revanchierte sich so für die Niederlage im Playoff-Finale), dem standen Christian Kirchmayr und Ronja Stern in nichts nach und gewannen glatt in drei Sätzen. Dann kam der Augenblick von Cedric Nyffenegger: nachdem er die ersten beiden Sätze verloren hatte, spielte er seinen Gegner konditionell aus und gewann nach über einer Stunde Spielzeit den 5. Satz.
Damit hatte unser Team nicht nur ausgeglichen, sondern war sogar 4:3 in Führung gegangen (und es war merklich ruhiger in der Halle geworden). Nun musste das gemischte Doppel entscheiden. Für das Team Argovia spielte erstmals Tobias Künzi das gemischte Doppel mit Serena Au Yeong, beim BC Uzwil die eingespielte Paarung mit der Niederländerin Cheryl Seinen (Nr. 19 der Welt im Damendoppel). Klare Sache, sollte man meinen, nicht aber so die Argovianer! Auch wenn sich die Zuschauer manchmal fragten, wer in der Paarung die Dame spielt – so häufig war Tobias Künzi am Netz anzutreffen – Serena Au Yeong sicherte dafür hinten zuverlässig ab. Gegen Tobias Künzis effektive steile Smashs hatten die Gegner nichts entgegen-zusetzen.
So gewannen Tobias Künzi / Serena Au Yeong nicht nur das Mixed, sondern entschieden auch die gesamte Partie zu Gunsten des Team Argovia und brachten der Mannschaft des BC Uzwil die erste Heim-Niederlage seit Juni 2020 bei!
Nationalliga B: Für die 2. Mannschaft sollte der Start in die Rückrunde besser gelingen als der Start in die Saison. Geglückt ist das nicht – leider. Gegen das 2. Team vom BC Uzwil klappte es überhaupt nicht und man fuhr eine derbe 1:7-Niederlage ein; am Tag darauf konnte man gegen den BC Adliswil – klarer Tabellenführer – immerhin einen Punkt ergattern.
Beim Auswärtsspiel in Uzwil am Samstag konnten einzig Lea Müller / Anja Strausak im Damendoppel punkten, sie gewannen 10:12, 11:9, 15:13 und 13:11 (3x ging es in die Verlängerung). Dabei lag mehr drin, so führte Flurin Furrer im 1. Herreneinzel bereits 2:1 nach Sätzen und verlor dann die Sätze 4 und 5. Und auch in den anderen Einzeln sowie im Mixed hätte man gewinnen und so einen Punkt sichern können. Fairerweise muss erwähnt werden, dass Uzwil bei den Herren mit Iztok Utrosa (Spielertrainier der NLA-Mannschaft) einen starken NLA-Spieler einsetzte, so dass das gegnerische 1. Herrendoppel und das Mixed (zu) stark waren (er gewann anschliessend auch in der NLA das 1. Herrendoppel, siehe NLA-Teil).
Ein Highlight der anderen Art! Lauren Smith und Marcus Ellis in der NLB!
Am Heimspiel am Sonntag kam es dann noch «dicker», der BC Adliswil kam gleich mit vier ausländischen Spielern (ja, in der NLB!) … und mit dabei Lauren Smith und Marcus Ellis, das beste europäische gemischte Doppel bzw. aktuell Nr. 9 der Welt (und das in der NLB!). Marcus Ellis hat zudem im Doppel Olympia-Bronze gewonnen. Sie wurden zwar «nur» im Herren- und Damendoppel eingesetzt, aber auch die beiden weiteren Ausländer hatten NLA-Niveau.
Fast wäre Christian Waser / Gregor Keusch ein Satzgewinn (14:15) gelungen – immerhin haben sie Marcus Ellis, der mit einem jungen Nachwuchsspieler spielte, ein «wenig» gefordert.
Aber auch sonst war die Stimmung im Team ausgezeichnet, ganz anders als tags zuvor, und das zahlte sich auch aus. Timm Stern / Flurin Furrer spielten eine Klasse besser als am Vortag und gewannen verdient das 1. Herrendoppel. Ebenso Roger Bugmann im 3. Herreneinzel, der seinen Gegner in 5 Sätzen zermürbte – sein lautstarker Fan-Club auf der Tribüne war nie zu überhören! Ebenfalls eine deutliche Steigerung zeigte Anja Strausak im Dameneinzel, leider reichte es im 5. Satz nicht ganz.
Mit dem Resultat und dem Punktgewinn gegen den BC Adliswil kann man zufrieden sein, die (zu hohe) Niederlage in Uzwil tut «aber weh», zumal der direkte Konkurrent, das 2. Team der BV St. Gallen-Appenzell, punkten konnte und unser Team damit auf den vorletzten Tabellenplatz verwiess. Immerhin, wenn es mit der Einstellung und Leistung wie zuletzt gegen Adliswil so weitergeht, kann man positiv nach vorne schauen.